Infrastruktur und städtische Umwelt

Infrastruktur und städtische Umwelt

Erneuerungsprozesse im Energiesektor: Die Energiewende in deutschen Städten

Vertiefungsmodul „Raumentwicklung im nationalen und internationalen Kontext“ im Fach Raum- und Infrastrukturplanung (MSc. BI/WiBI/UI): 6CP: Modul B21 und M 16 (BSc./MSc. Architektur): 4 CP; Wahlmodul in verschiedenen Studiengängen

Modulverantwortliche Dr. Antje Matern, Fachgebiet Raum- und Infrastrukturplanung

Leistungsanforderungen Referat und schriftliche Ausarbeitung, kontinuierliche Mitarbeit

Termin und Ort : Wird noch bekannt gegeben

Lehrform: Lehrforschungsseminar (5 Einführungs- und 2 Blockveranstaltungen)

Im Juni 2011 hat die Bundesregierung ein umfassendes Gesetzespaket beschlossen, dass die Energiewende bzw. den Umbau der Energieversorgung von herkömmlichen zu erneuerbaren Energiequellen beschleunigen soll. Dies erfordert deutliche Veränderungen in diesem Infrastruktursektor und richtet den Blick auf Innovationsprozesse und planerische Gestaltungsspielräume. Doch wie wird in diesem Infrastruktursektor mit veränderten Anforderungen und Innovationen umgegangen, und wo liegen Hindernisse und Herausforderungen einer raschen Umsetzung? Wie verändern technologische Innovationen und neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Machtstrukturen, Akteurskonstellationen und Interessenlagen in diesem Sektor?

Neben theoretischen Grundlagen zu Pfadabhängigkeiten und Innovationsprozessen im Infrastruktursektor soll die Annäherung an die Durchsetzung und Verbreitung von Innovationen im Energiesektor vor allem auf zwei Wegen erfolgen:

Einerseits soll der Umgang mit Erneuerungsprozessen im Energiesektor anhand von historischen Beispielen untersucht werden (z.B. zum Übergang von Gas zu Strom in der Beleuchtung, Atomwende der 1950er Jahren).

  • Welches waren die städtischen Protagonisten dieser Entwicklungen? Welche Rolle spielten einzelne Vorreiterstädte bzw. -regionen?
  • Welche Faktoren haben die Einführung neuer Technologien und damit verbundene Organisationsformen unterstützt bzw. gehemmt?
  • Inwiefern lassen sich aus den Beispielen Unterschiede in den Entwicklungspfaden einzelner Städte nachzeichnen und Rahmenbedingungen für Innovationsprozesse identifizieren, in denen die Einführung neuer Technologien gelang?

Andererseits bieten gegenwärtige Strategien deutscher Städte im Umgang mit der Energiewende gute Optionen zur Untersuchung von Persistenzen und Erneuerungspotentialen. Als Beispiele können ausgewählte Städte dienen, die als „kleine Großstädte“ klassifiziert sind und von Freiburg i. Br. bis Bielefeld oder Kiel reichen und sehr unterschiedliche Vorgehensweisen im Umgang mit Erneuerungs-prozessen verfolgen.

  • Welche planerischen Probleme und Herausforderungen stellen sich durch die Energiewende?
  • Wer sind wichtige Akteure, und was sind ihre Interessenlagen (Initiatoren, Beteiligte, Widerstände, Rolle von Institutionen)?
  • Welche Handlungsformen und Organisationsstrukturen verstärken oder behindern Transformationsprozesse?

Ziel des Seminars ist es, anhand der historischen und gegenwartsbezogenen Untersuchungen, Innovationsprozesse zu analysieren und Besonderheiten des Infrastruktursektors zu identifizieren und daraus Ableitungen für die planerische Ausgestaltung der Energiewende in Städten zu treffen.