Interdisziplinäres MSc.-Projekt für WiBi

Interdisziplinäres MSc.-Projekt für WiBi im SoSe 2013

Infrastrukturgroßprojekte im Verkehrsbereich: Planerische Probleme und Lösungsansätze

Problemstellung:

Ob Stuttgart 21, der Flughafen Berlin-Brandenburg oder der Ausbau des Frankfurter Flughafens – aufgrund ihres hohen Konfliktpotenzials und der kontinuierlich wachsenden Kosten stehen Infrastrukturgroßprojekte gegenwärtig im Fokus der öffentlichen Kritik. Dabei sollten diese Verkehrsknotenpunkte doch eigentlich die überregionale Vernetzung sowie die regionale Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend erhöhen und über ihre Infrastrukturfunktion hinaus eine positive symbolische und imagefördernde Bedeutung für die jeweiligen Regionen entwickeln. In der Realität allerdings ist die Planung von Großprojekten im Verkehrsbereich oftmals mit gravierenden Problemen behaftet.

Kennzeichnend ist hierbei das Vorliegen eines komplexen Interessengeflechts der beteiligten Akteure aus unterschiedlichen Ebenen von Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auch wenn vielfach von positiven „Spill-over“-Effekten ausgegangen wird, sind diese „Mega-Projekte“ häufig gesellschaftlich kontrovers und gehen mit Standortkonflikten sowie dem Widerstand der lokal ansässigen Bürger einher (Auseinanderfallen von Nutzenträgern und Benachteiligten/Betroffenen). Aufgrund der komplexen Planungsverfahren und der langfristigen Planungszeiträume scheint die Fachplanung nur unzureichend in der Lage zu sein, die Öffentlichkeit in angemessenem Maßstab mit einzubinden. Darüber hinaus stellen sich im Projektverlauf Fragen der Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit vieler Projekte immer wieder neu, da die prognostizierten Kosten trotz zahlreicher Erfahrungen regelmäßig unterschätzt bzw. absichtlich zu niedrig angesetzt werden.

Frage- und Aufgabenstellung:

Angesichts dieser Herausforderungen stellt sich die Frage, wie die Planung von Infrastrukturgroßprojekten effizienter gestaltet und die gesellschaftliche Akzeptanz von Infrastrukturgroßprojekten erhöht werden kann. Wie können die Projektkosten realistischer kalkuliert und die Abwägung der Nutzen und Kosten solcher Projekte verbessert werden? Wie können die Planungsverfahren der Fach- und Raumplanung optimiert werden? Inwieweit lassen sich Erfahrungen aus dem Ausland auf die deutsche Situation übertragen?

Das Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, die genannten Herausforderungen von Infrastrukturgroßprojekten im Verkehrsbereich anhand konkreter Fälle näher zu untersuchen. Anhand dieser Fallbeispiele sollen dann Handlungsmöglichkeiten analysiert sowie Empfehlungen für Politik und Planung entwickelt werden.

Die spezifische Aufgabenstellung jeder Arbeit wird in enger Kooperation mit den Projektbetreuerinnen selbständig konkretisiert und gemäß der einschlägigen Literatur sowie der Ergebnisse der empirischen Fallstudie weiter ausgearbeitet.

Termine und weitere Informationen finden Sie hier.