Nachwuchsforschergruppe

Nachwuchsforschergruppe

„Die politische Ökologie städtischer Infrastrukturen: Eine vergleichende Untersuchung von Ver‐ und Entsorgungssystemen in den Stadtregionen Frankfurt, Berlin und Ruhr“

Finanzierung: Hans Böckler Stiftung, 2010-2012

Die ökologisch-nachhaltige Entwicklung von Stadtregionen hängt in hohem Maße von technischen Infrastruktursystemen wie der Energieversorgung, der Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie der Abfallentsorgung ab. Diese sozio-technischen Systeme steuern den Stoffwechsel zwischen Städten und der natürlichen Umwelt, indem sie der Natur beträchtliche Ressourcenmengen entnehmen und dieser gigantische Abfallströme zuführen. Aktuelle Probleme wie der globale Klimawandel, Luft-, Boden- und Gewässerverschmutzungen oder eine wachsende Ressourcenverknappung sind nur zu bewältigen, wenn diese Infrastruktursysteme nachhaltig erneuert werden. Besonders den städtischen Zentren kommt eine her-ausgehobene Rolle zu, nicht nur weil ein wachsender Teil der Bevölkerung in Städten lebt und sich der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastungen dort räumlich konzentrieren. Zugleich gelten Stadtregionen als Zentren der Innovationsproduktion, von wo aus sich technische und soziale Neuerungen auf andere Regionen ausbreiten.

Die Nachwuchsforschergruppe untersucht die umweltpolitische Bedeutung und die Innovationsfähigkeit städtischer Infrastruktursysteme am Beispiel der Energieversorgung, der Wasserver‐ und Abwasserentsorgung sowie der Abfallentsorgung in den drei größten deutschen Stadtregionen. In ihren Dissertationsvorhaben gehen die Soziologin Pia Laborgne, der Raum- und Umweltplaner Martin Schmidt und der Volkswirt Henning Wilts der Frage nach, welche technischen, ökonomischen und politisch-planerischen Strukturen sich in den jeweiligen Inf-rastruktursektoren der drei Stadtregionen herausgebildet haben, und durch welche raum- bzw. sektorspezifischen Merkmale sich diese „städtischen Infrastrukturregime“ unterscheiden. Lassen sich raum- und sektorspezifische Pfadabhängigkeiten und Innovationsmuster erkennen? Wie können Stadtregionen planerisch Einfluss auf die Erneuerung der Infrastrukturen nehmen, etwa durch die strategische Förderung von Innovationsnischen oder regionale Kooperationen? Ziel der Arbeiten ist es, Anforderungen an innovationsorientierte, an ökologischen Nachhaltigkeitszielen orientierte Infrastrukturplanung von Stadtregionen auszuloten.

Martin Schmidt: Regional Governance und Infrastruktur – Kooperationen in der Wasserver- und Abwasserentsorgung am Beispiel deutscher Stadtregionen.

Henning Wilts: Nachhaltige Innovationsprozesse in der Abfallwirtschaftspolitik – eine vergleichende Analyse zum Transition Management in deutschen Metropolregionen.

Pia Laborgne: Transformation städtischer Energiesysteme – zur Rolle lokaler Nischen.