FiF-Projekt

Kooperation zum Schutz Kritischer Infrastrukturen

Simulation von Kommunikations- und Informationsaustauschprozessen

Finanzierung: Forum interdisziplinäre Forschung der TU Darmstadt, 01/2016 bis 07/2016

Kritische Infrastrukturen (KRITIS), wie die Energie- und Wasserversorgung oder Informations- und Kommunikationssysteme, sind zum sensiblen Nervensystem moderner Städte geworden. Dabei können durch die engen ein- und wechselseitigen Abhängigkeiten (Interdependenzen) zwischen KRITIS kaskadenartige, sich verstärkende Störeffekte entstehen – bspw. wenn durch einen Stromausfall die Wasserversorgung und Telekommunikation außer Betrieb gesetzt werden. Der Schutz von KRITIS erfordert daher eine gesamtstädtische und sektorübergreifende Kooperation.

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt basiert auf den Ergebnissen eines DFG-Projekts am Fachgebiet Raum- und Infrastrukturplanung und widmet sich den Anforderungen an den organisationsübergreifenden Informationsaustausch zwischen den verschiedenen KRITIS-Betreibern als auch zwischen den Infrastrukturunternehmen und dem Katastrophenschutz. Ziel ist es, Thesen zum individuellen Akteursverhalten, zu Kommunikationsproblemen und zu Handlungsmöglichkeiten organisationsübergreifender Zusammenarbeit im städtischen Risiko- und Krisenmanagement abzuleiten.

Methodische Vorgehensweise

In dem interdisziplinären Projekt zwischen Planungs- und Wirtschaftswissenschaften ergänzen sich qualitative und quantitative Methoden. Die Untersuchung erfolgt u. a. in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern des Energie-, Wasser- und Telekommunikationssektors sowie der Berufsfeuerwehr in Frankfurt am Main.

Zunächst werden mittels Literaturauswertung und Experteninterviews Verwundbarkeiten von KRITIS in Frankfurt/M. analysiert und mögliche Störkaskaden herausgearbeitet. Kernbestandteil der Arbeit ist sodann eine Agenten-basierte Simulation der Kommunikation zwischen den einzelnen KRITIS-Akteuren und eine räumliche Verortung mittels GIS. Am Beispiel eines kaskadenartigen Störszenarios werden unterschiedliche Kommunikationsprozesse modelliert, um die Faktoren und Effekte des interorganisationalen Informationsaustauschs auf städtischer Ebene zu verdeutlichen und Informationsasymmetrien sichtbar zu machen. Die (Zwischen-)Ergebnisse werden in Expertenworkshops mit Vertretern der beteiligten Organisationen erörtert und in Schlussfolgerungen für die organisationsübergreifende Zusammenarbeit überführt.

Institutioneller Rahmen

Das Projekt wird aus Mitteln des „Forums interdisziplinäre Forschung“ der TU Darmstadt finanziert. Die Bearbeitung erfolgt gemeinsam mit dem Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik (Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften).

Flyer

Den Projektflyer finden Sie hier.