Diss Schmidt

Martin Schmidt

Regional Governance und Infrastruktur – Kooperationen in der Wasserver- und Abwasserentsorgung am Beispiel der Stadtregionen Frankfurt/Main, Berlin und Ruhr

Promotionsprojekt im Rahmen der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforschergruppe am Fachgebiet

Das Promotionsprojekt greift den Kontext der künftigen Ausgestaltung unserer Infrastrukturen als drängende Problemstellung der Gegenwart auf. Hierbei bezieht es sich auf den Sektor der Wasserver- und Abwasserentsorgung, der einem weitreichenden Wandel unterliegt und mit vielfältigen Zukunftsherausforderungen konfrontiert ist. In diesem Zusammenhang ist neben technischen und rechtlichen Aspekten vor allem auch die Wirtschaftsstruktur des Sektors zu fokussieren. Aufgrund der Tatsache, dass die siedlungswasserwirtschaftliche Zuständigkeit bei den einzelnen Kommunen liegt, ist die Unternehmensstruktur in Deutschland durch eine ausgesprochene Kleinteiligkeit gekennzeichnet. Hierdurch bestehen Defizite hinsichtlich einer effizienten Leistungserbringung im Sinne einer zeitgemäßen Daseinsvorsorge und in Bezug auf innovative Lösungsansätze sowohl ökologischer als auch ökonomischer Art.

Demgemäß wird zwar seit mehreren Jahren ein Ausbau von Kooperationen der einzelnen Leistungserbringer gefordert, jedoch ist eine systematische Betrachtung und strategische Neuausrichtung nicht erkennbar. Der Wasserbereich wird in nahezu allen Diskussionen um Regional Governance und interkommunale Gemeinschaftsarbeit in Stadtregionen vernachlässigt bzw. ausgeklammert.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Promotionsprojekt das Ziel,

• auf einer Untersuchung von aktuellen Herausforderungen und Strukturen der Wasserver- und Abwasserentsorgung basierend

• die Aufstellung, etwaigen Defizite und Entwicklungsbedingungen von Kooperationen in der Wasserver- und Abwasserentsorgung herauszuarbeiten

• sowie das Verhältnis dieser Kooperationen zum Gesamtkomplex der Regional Governance der jeweiligen Stadtregion zu beleuchten.

Dabei werden mit einem raumwissenschaftlichen Blickwinkel die Voraussetzungen, Hemmnisse und Weiterentwicklungsbedarfe von Kooperationen sowie die Frage der zukunftsfähigen Ausgestaltung regionseigener Governancemuster erörtert.
Als räumliche Betrachtungsgegenstände und empirisches Feld werden die Stadtregionen Frankfurt (Main), Berlin und Ruhr herangezogen.

Publikationen

  • Schmidt, Martin (2014): Zukunftsfähige Daseinsvorsorge durch Kooperationen – Defizite im Spannungsfeld von Infrastrukturdebatten und -kooperationen am Beispiel der Siedlungswasserwirtschaft, in: Haber, M.; Rüdiger, A.; Baumgart, S.; Danielzyk, R.; Tietz, H.-P. (Hrsg.): Daseinsvorsorge in der Raumentwicklung – Sicherung – Steuerung – Vernetzung – Qualitäten, Blaue Reihe, Dortmunder Beiträge zur Raumplanung, Band 143, Klartext Verlag, Essen.
  • Schmidt, Martin (2014): Regional governance vis-a-vis water supply and wastewater disposal: research and applied science in two disconnected fields, Water International, Volume 39, Issue 6, Pages 826-841. Online access.
  • Schmidt, Martin (2013): Regional Governance und Infrastruktur – Kooperationen in der Wasserver- und Abwasserentsorgung am Beispiel der Stadtregionen Frankfurt/M, Berlin und Ruhr, Verlag Dorothea Rohn, Detmold.
  • Schmidt, Martin (2013): Ausprägungen, Defizite und Fortentwicklung interkommunaler Zusammenarbeit in der Wasserver- und Abwasserentsorgung, in: Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit (Hrsg.): Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Wasserver- und Abwasserentsorgung – Lösungsoptionen durch interkommunale Zusammenarbeit, Schriftenreihe des Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit, S. 59–71.
  • Monstadt, Jochen; Schmidt, Martin; Wilts, Henning (2012): Regionale Zusammenarbeit in der Ver- und Entsorgung des Rhein-Main-Gebiets, in: Monstadt, J. et al. (Hrsg.): Die diskutierte Region: Probleme und Planungsansätze der Metropolregion Rhein-Main, Frankfurt/New York, S. 185–210.